Der Hafen von Ventspils

Der Hafen von Ventspils

Wir haben uns wieder einen längeren Törn vorgenommen (105 sm) und starten mittags Richtung Ventspils. Die Städte Liepaja und Pavilosta lassen wir im Gegensatz zu den anderen Seglern einfach aus. Am nächsten Tag erreichen wir es gegen 18 Uhr. Roland ist schon vor Ort und hilft uns beim Festmachen. Unsere erste Mooring, alles klappt prima, da ich vom Gangbord kniend an die Mooringboje dran komme.
Der Hafen ist nicht gerade attraktiv, aber es gibt auch hier wieder, wie schon in Litauen eine kleine Sauna und 2 Waschmaschinen. Alles ziemlich ungepflegt, alt und nicht gerade sauber. Roland berichtet uns von der schönen, sauberen Stadt und rät uns die Fahrräder zu nehmen, da der Weg dorthin doch zu Fuß etwas zu weit wäre. Nach einem guten Frühstück befolgen wir seinen Rat und fahren los am Fluss Vent entlang. Die Stadt ist auffallend sauber und wirkt sehr aufgeräumt.

Pause mit einem Unbekannten

Pause mit einem Unbekannten

Nette Igel

Nette Igel

Nachdem wir wieder das Nötigste eingekauft haben, ist uns nach einer netten Außengastronomie. Wir radeln kreuz und quer durch das Städtchen mit einem großen Busbahnhof und wieder viel Kopfsteinpflaster. Gerade als wir aufgeben wollen finden wir ein kleines Restaurant indem wir draußen die einzigen Gäste sind. Ich esse einen Käsesalat, der als typisch lettisch angepriesen wurde und der auch sehr lecker und mächtig war. Robert bestellt sich ein von der Bedienung erklärtes Hähnchen und bekommt eine Hähnchenbrust mit Pommes. Zurück im Hafen schmeiß ich noch zwei Waschmaschinen an und gehe bezahlen. Stolze 25 Euro Hafengebühr und pro Person und Tag 2 Euro Touristensteuer plus 2×4 Euro Waschen, ich bin sauer.

Ich frage den Hafenmeister wofür und zähle ihm die Nachteile des Hafens auf. Es nützt nichts, er hält mir nur immer wieder den Zettel mit den Preisen vor die Nase und äußert sein Bedauern. Mir hat das so ziemlich die Laune verhagelt. Irgendwann, ich denke vor urewigen Zeiten wurde dieser Hafen mit dem blauen Band ausgezeichnet. Dieses steht für besondere Ausstattung und Serviceleistungen und seitdem haben sich die Verantwortlichen offensichtlich darauf ausgeruht. Als dann noch am nächsten Morgen der Wind dreht und die Schornsteine eines unmittelbar am Hafen gelegenen Betriebes schwarze, dicke und stinkende Wolken ausspucken, die dann auf uns zu wehen sind wir froh, das wir abdampfen im wahrsten Sinne des Wortes.

Schwarze "Wolken" am Himmel

Schwarze “Wolken” am Himmel