…das Wetter auszunutzen.

Stellnetze im Morgengrau bei Rödvig

Prophezeit sind 2-3 Bft. aus Südost, die können wir gebrauchen. Wir starten dann aber bei 0 Wind und mit uns eine Schar an Seglern, die das Gleiche hofften. Es soll heute durch den Ulfsund zwischen Sjaelland und der Insel Falster gehen, um dann in den Storstroem, nach Langeland zu gelangen. Wir fahren durch ein Gebiet, das man nur am Tage befahren sollte, da es ein Flachwassergebiet ist und man sich unbedingt an die Tonnen halten soll. Zuerst ist es sogar nur eine Baggerrinne. Vielleicht auch ganz gut, dass wir mangels Wind hier nicht Segeln können, da die Strecke sehr kurvenreich betonnt ist. Zudem ist die flachste Stelle mit 2,70 m bezeichnet und wir können auch auf beiden Seiten den sandigen, teilweise mit Seegras bewachsenen Grund in Augenschein nehmen. Es bleiben uns, mit einem Tiefgang von 1,60 m, ja noch etwas mehr als ein Meter Luft;-) Trotzdem sehr aufregend, weil man ja nie so richtig sicher sein kann, dass die Karten stimmen und die Tonnen richtig liegen.
Fasziniert bewundern wir das Naturschutzgebiet mit seinen flachen Inseln und den tausenden von Schwänen.
Tausende Schwäne
Wir schaffen es ohne Blessuren in das tiefere Gewässer und werden mit etwas Wind aus Nordwest belohnt, den wir auch gleich zum Segeln nutzen. Robert hat als nächstes Ziel, an der Ostseite von Langeland mittig, den Hafen in Spodsbjerg 54° 56’ N 010° 49’ E ausgesucht. Von hier aus wollen wir morgen Richtung Kiel starten, mal sehen wie es klappt. Ich bereite schon mal das Abendessen, Thaicurry mit Huhn vor, da wir nicht vor 22.00 Uhr im Hafen sein werden. Sobald Hein in Aktion tritt, kann auch Robert ein wenig werkeln.

Wir fahren entspannt auf den großen Belt zu und hoffen der Wind dreht nicht komplett gegen uns. Wir werden einen Tiefwasserweg queren auf dem wir nachher, vom Hafen aus, die vorbei ziehenden großen Fähren beobachten können. Auch startet aus dem Hafen alle paar Minuten das Lotsenboot, da sich hier die Lotsenstation befindet und von hier aus die Lotsen auf den Fähren ausgewechselt werden.

Die Schiffe werden bis Skagen von dieser Station betreut. Nach 70 sm machen wir um 23 Uhr im Hafen fest. Ein ereignisreicher Törn und letztmalig an kleinen Inselchen vorbei durch den Tiefwasserweg (DW-deep water way-) im Großen Belt. Ein Tiefwasserweg unterscheidet sich von einem VTG (Verkehrstrennungsgebiet) dadurch, dass dies ein Fahrwasser für die Großschifffahrt ist, indem keine Generalfahrtrichtungen vorgeschrieben sind. Auch eine spannende Navigation für uns, bei der wir per Sicht feststellen müssen, kommen die Schiffe auf uns zu, oder entfernen sie sich von uns.