30August

Auf der Elbe – 30.08.

bootsmann 08 - August » 2012

Nach einer ruhigen Nacht, es sind nur wenige Schiffe an uns vorbeigefahren, sehe ich erst mal beim Blick aus dem Luk, dass unsere Nachbarn los fahren und im Steuerstand direkt über dem Ruder ein großer, bunter, lebender Papagei sitzt. Was es nicht alles gibt.

Wir machen dann los und tuckern die restlichen 20 km als wir im Funk hören, dass gleich die Sportboote geschleust werden. Robert gibt kurz mehr Gas um dann festzustellen es wird nicht mehr klappen, dann nehmen wir halt eine Schleusung später. Angekommen an der auch hier wieder “Alten Schleuse”, sehen wir gerade den letzten Segler in der Schleusenkammer verschwinden und das Tor geht zu. Auf der Suche nach einem Festmacher, sehen wir aus der Südschleuse der Alten Schleuse Schiffe herauskommen und ein Berufsschiffer davor, schleicht langsam rein. Robert meldet uns über Funk an, aber der Schleusenwärter sagt nur, dass er sich gleich zurückmeldet.

Wir steuern auf das offene und durch Lichtsignale für die Einfahrt freigegebene Schleusentor zu, da springt das Signal auf rot und die Blinklichter und das akustische Signal für die Schließung gehen an. Noch immer kein Rückruf vom Schleusenwärter, deshalb meldet sich Robert noch ein mal über Funk und fragt, ob wir nicht doch noch mit rein können. Jetzt aber schnell, lautet die Antwort.

Voll Stoff, dem Dino ist schon wieder heiß geworden, rauschen wir in das Becken. Glück gehabt. Der Berufsschiffer lässt uns dann noch den Vortritt beim Ausfahren und schon finden wir uns auf der Elbe wieder. Wir haben mit starkem Wellengang gerechnet, aber die Elbe ist platt. Die Ursache dafür haben wir auch schnell raus, da wir uns mit 1400 Touren und dafür normal mit 4,6 Knoten, jetzt nur mit gerade mal 1,5-1,9 Knoten fortbewegen. Es ist einlaufendes Wasser gegen an, willkommen im Tiedengewässer.

Nach einer Stunde werden wir langsam schneller, der Stillwasser Zeitpunkt ist bald erreicht. Mit später 6,8 Knoten bei gleicher Tourenzahl geht’s dann weiter. Wir haben eine Nachtfahrt geplant, da der Wind auf Nordwest bis Nord drehen soll. Für uns also optimal um bis mindestens Norderney zu kommen. Plötzlich ein Funkspruch über den Revierfunk, indem uns mitgeteilt wird, dass schweres Wetter aus Süd-West genau über den Ostfriesischen Inseln erwartet wird. Nach einer kurzen Beratung ist klar, das tun wir uns nicht an. Schnell im Sejlerens den Yachthafen in Cuxhafen rausgesucht, in dessen Höhe wir uns gerade zufällig befinden. Wir queren noch vor einem Passagierdampfer das Fahrwasser und laufen in das „Amerika“ Hafenbecken ein. Hier finden wir einen kleinen Hafen nach unserem Geschmack, ein Vereinshafen dem LCF (Liegegemeinschaft Cuxhaven-Fährhafen e.V). Alles erinnert irgendwie an Krefeld. Liebevoll ist alles beschriftet, im Preis (1 Euro pro Meter) sind Strom, Wasser, Duschen, Fahrräder enthalten. Der heutige Gästebetreuer wird gegen 17 Uhr erwartet, aber bei Roberts Exkursion, findet er einen sehr netten Herrn der uns rund führt und alles erklärt. Im Vereinsheim, mit Küche und Tauschbibliothek, dürfen wir alles nutzen. Auch hier ist alles beschriftet, wir finden uns schnell zurecht. Getränke können entnommen und in der bereitgestellten Kasse beglichen werden. Na, da gönnen wir uns doch gleich mal ein kühles Bierchen auf Deck. Wir erhalten einen Schlüssel und das Vereinsfaltblatt mit allen wichtigen Infos.

Ich plage mich mal wieder mit der alten Simkarte von Tchibo rum, um dann in einem Telefonat mit Tchibo zu erfahren, dass in Cuxhafen das Netz von O2 gestört ist. In der Nacht ist es noch ruhig, aber am Morgen regnet es in Strömen und der Himmel verheißt nichts gutes.