Am Morgen ist es kalt, beim Tippen bekomme ich kalte Finger. Der Himmel ist Wolken verhangen und es weht ein laues Lüftchen aus Süd. Wir werden uns warm einpacken müssen, der Herbst kommt. Wir fahren erst mal unter Motor, bis wir dann die Segel setzen können. In der Oosterschelde haben wir uns für den Weg unterhalb des Watts entschieden. Rechts und links von der Fahrrinne große, trocken gefallene Wattflächen, von weitem sehen wir wie sich einige Robben in der Sonne aalen. Jede Menge Fischerboote sind hier auf Muschelfang, sie ziehen Korb ähnliche Gebilde über den Grund und kreiseln fast auf der Stelle. Auch große Schiffe, wie z.B. ein Autotransporter, haben diesen Weg gewählt. Wir erreichen den Kanal zum Versemeer und die davor liegende Schleuse. Es wird schnell geschleust und nu geht es los mit Kreuzen hin und her durch das enge Fahrwasser.
Ups - eine Windhose
Robert trickst am Steuer jede Windböe und Tonne aus und ich perfektioniere die Bedienung des Vorsegels, insgesamt 50x wenden wir und ups, da ist doch glatt eine ungewollte Halse dabei. Tja, da war es dann doch etwas flach und wir schmiergeln leicht den Kiel. Wir erreichen gerade ein Stück, wo wir endlich mal einen längeren Schlag segeln können, da entdecke ich an einem kleinen Inselchen, dem Zandkreekplaat einen wunderschönen Festmacher. Auch hier muss Robert unbedingt versuchen innen am Steg fest zu machen, was aber aufgrund der geringen Tiefe nicht geht, also wird dann doch außen am Steg festgemacht . Ein Schild auf der Insel bedeutet uns zwar, dass hier eigentlich nicht übernachtet werden soll, aber wir lassen es darauf ankommen. Nachdem wir leckere selbstgemachte Hamburger verspeist haben, zieht es uns auch bald ins Bett. Ich lese noch ein paar Seiten, aber dann überfällt mich auch die Müdigkeit. Es ist 22 Uhr und stocke dunkel. Robert steht in der Nacht noch mal auf weil er Durst hat und sieht einen klaren Sternenhimmel mit schönem Halbmond.