Wir starten bei Ayamonte in Spanien 37°12’N, leider noch eine Stunde gegen den Strom, der hier mit 3 Knoten fließt und auch noch mit einem frischen Gegenwind von bis zu 20 Kn.. Wir fahren im Fahrwasser unter dem mittleren Teil der Hängebrücke mit ca. 20 m Höhe, links vom rechten Brückenfeiler durch, es ist hier noch 6-7m tief trotz ablaufendem Wasser.

Hängebrücke
Schon vor der Brücke nehmen wir ein lautes Geräusch wahr und stellen fest, dass dieses von den Stahltrossen der Brücke die leicht im Wind schwingen verursacht wird. Hinter der Brücke links ist nun schon ein langer weißer Anleger zu sehen, der dann durch die Flussbiegung erst mal wieder verschwindet. Wir halten uns rechts und haben eine Tiefe von bis zu 7 m. Erst kurz vor dem Anleger gehen wir rüber, am Anleger ist es noch 3,5 m tief. Ein langer Anleger des Golfclubs Vale Golf Resort ca. 37°15’150“N mit Strom und Wasser.

Anleger des Golfclubs Vale Golf Resort
Die Landschaft besteht auf beiden Seiten aus kleinen Hügeln, die auf der portugiesischen Seite nur teils mit Reihenhäusern und auf der spanischen Seite mit ganzen Ansiedlungen bebaut sind. Dazwischen können wir eine Herde überwiegend weißer Kühe und Schafe ausmachen.

Uns zieht es weiter, da auch gerade jetzt die Strömung nachlässt und es noch früh am Nachmittag ist.

Wir segeln mal kurz mit der Genua, jedoch die nächste Flussbiegung ist nicht weit und sie muss wieder eingeholt werden. Auf der portug. Seite bewaldete sanfte Hügel.

Die Wassertiefe bleibt in der Fahrrinne bei 5 bis 7m, kein Grund zur Beunruhigung wir sind ja mit nur 1,55m Tiefgang unterwegs. Robert hat den Alarm des Tiefenmessers auf zwei Meter unter dem Kiel eingestellt und so nervt uns das Ding dann auch häufiger, wenn wir die Fahrrinne nicht genau treffen.

Zwischendurch auf beiden Seiten vereinzelte, halb zerfallene und verlassene Häuser.

Wir stoppen erst bei 37° 21’472 N kurz nach dem Ort Foz de Odeleite in einem Ankerfeld im Fluss. Hier liegt sogar ein Alusegler aus Düsseldorf, die Pegasus, wir sind baff. Morgen gehen wir an Land und suchen die Käserei.

Foz de Odeleite

Faszinierend finde ich die Ruhe hier. Schon beim Abendessen hören wir Grillen zirpen und Frösche quaken. Selbst die Uhr im Steuerstand tickt auf einmal vernehmlich laut. Wir haben geschlafen wie noch nie. Ich werfe einen Blick aus dem Lug und sehe nur dichten Nebel, es ist kalt, ich kann meinen Atem sehen. Erst gegen 9 Uhr (portugiesische Zeit) kommt plötzlich die Sonne durch und der Nebel verzieht sich sehr schnell, wie von Geisterhand. Ich höre ab und an ein Auto, aber mehr die Hähne krähen und diverse andere Tiergeräusche.

Heute paddele ich mal mit der Minimalu, was mir in Ermangelung von körperlichen Aktivitäten mal ganz gut tut, leider habe ich vergessen den Ring auszuziehen und schon gibt’s ein Bläschen. Unsere Ortserkundung beschränkt sich dann auf einmal den Hügel rauf und wieder runter und das war es auch schon. Die Käserei ist ganz oben auf dem Berg, klar und deutlich an den vielen Ziegen zu erkennen. Da uns aber die vier zwar angeketteten Hunde derart anbellen, verzichten wir darauf das Grundstück ohne sichtbaren Hinweis auf Menschen zu betreten. Überhaupt bekommen wir nur eine Handvoll Einwohner zu sehen.

Natur pur
Also bummeln wir noch bis zum Ortsausgang bestaunen Fauna und Flora und pflücken unser obligatorisches Sträußchen Blumen für die kleine Vase im Steuerstand.

Schöner Blick auf die Bucht

Um 10 Uhr geht es mit Regen und mit der Strömung weiter flussaufwärts. Mit 5 Kn ziehen wir dahin, einige Schiffe liegen noch in der nächsten Flussbiegung und schon bald sind wir am Ort Guerreiros do Rio (Portugal) 37°23’N. Wir sehen einen Anleger mit jeder Menge Krempel darauf und am Ort einen Gasflaschenhändler und Müllcontainer.

 

Der nächste Ort ist Laranjeiras (Portugal) 37°24’N. Viele überwiegend deutsche Schiffe aus Hamburg und Duisburg liegen hier an Murings. Es ist auch wieder ein Anleger vorhanden, an dem ein kleiner Segler liegt und jede Menge Krempel. Wir ziehen vorbei nach Alcoutim (Portugal) 37°28’N. Schon von Weitem sehen wir Schiffe und Masten ohne Ende. Wir fahren durch ein langgezogenes Ankerfeld mitten zwischen dem Ort Alcoutim und dem Ort Sanlúcar de Guadiana (Spanien) durch.

Laranjeiras, Portugal
Auf beiden Seiten befinden sich Anleger die jeweils voll mit Schiffen belegt sind. Auch nach den Ortschaften liegen noch viele Schiffe vor Anker. Wir machen kehrt, um den schon ausgeguckten Ankerplatz vor dem Ort anzusteuern. Eine Engländerin nimmt Kontakt mit mir auf um mir zu sagen wo der beste Ankergrund ist. Wir halten uns an ihre Beschreibungen und der Anker fällt auf 37°27’990 Sec. N. Hier ist es wirklich schön, die Hügel sind näher und wirken dadurch auch höher. Wir haben beide Orte im Blick und können Burgreste und ein großes Lokal auf der portugiesischen Seite und zwei alte Mühlen, Schafe und einen angelegten Spazierweg auf der spanischen Seite ausmachen.

Blick auf den Hafen
Wir richten uns gerade auf ein spätes Frühstück ein, da kommt ein Dingi längsseits. Es ist ein Engländer namens Roy, der uns begrüßt. Er erzählt uns, dass er schon 2 Monate hier liegt. Er scherzt, dass der Fluss hier einen wie Kleber festhält und erst nach mindestens zwei Monaten wieder los lässt. Von ihm erfahren wir auch, dass es hier eine nette Community aus überwiegend Engländern gibt, die allerlei Freizeitaktivitäten unternehmen. Morgens um 9:30 Uhr gibt es eine Funkrunde, bei der die stattfindenden Aktivitäten und Veranstaltungen, aber auch wer braucht was und wer verkauft etwas, bekannt gegeben werden. Ich mach mir fleißig Notizen.

Die Nacht war, bis auf einen Ast in der Ankerkette der von Robert befreit wird, ruhig und am Morgen kommt dann nach dem dichten Nebel wieder die Sonne durch. Wir beobachten immer noch ob unser Ankerplatz okay ist, da wir ja hier mit vielen Schiffen in der wechselnden Strömung des Flusses liegen. Nach dem Frühstück geht’s dann los mit der Ortserkundung von Alcoutim. Der Steg ist voll belegt mit Schiffen aller Nationalitäten. Von der Crew der SY Pigafetta – www.pigafetta.de – wissen wir, das hier die Gebühren für kleine Schiffe eine Woche lang pro Tag 7,50 € und für größere 10,- € betragen danach verdoppelt sich der Preis um auch anderen die Möglichkeit zu geben hier festzumachen. Wir besichtigen das Sanitärhaus indem wir später kostenlos Duschen können. Kaum sind wir jedoch im Ort angekommen setzt ein starker Regen ein und wir flüchten in den Riverside Pub.

Der Riverside Pub

Hier sind schon am Mittag alle Tagesplätze an den Tischen belegt. Der freundliche, deutschsprachige Wirt räumt kurzerhand einen schon für den Abend gedeckten Tisch frei und bei einem heißen Kakao können wir nun, nachdem wir das Passwort erhalten haben, wie alle anderen Gäste auch nach Herzenslust im Internet surfen. Nach dem Regen geht es zur Touristeninfo, wo wir einen Stadtplan erhalten und erfahren, dass das groß angekündigte Wifi Netz abgeschaltet ist. Einen Lebensmittelladen finden wir nicht, da sich dieser hinter der Brücke auf einem Hügel befindet, den ich nicht auch noch erkunden wollte. Dafür umrunden wir die alte Festung. Am Abend gehen wir wieder in den Pub um schwarzes Schwein, eine regionale Spezialität und Lamm zu essen. Bei Kerzenlicht und einer leckeren Flasche des regionalen Rotweins fühlen wir uns wohl. Der Pub füllt sich schnell mit Leuten da es Freitagabend ist und sich dann hier die Community trifft. Wir sind nach dem Essen so müde, dass es uns auf die Malu zieht, keine Lust mehr auf Konversation. Am nächsten Tag bleiben wir an Bord weil es heftig weht.

Die Erkundung der spanischen Seite mit dem Örtchen „Sanlúcar de Guadiana“ steht auf unserem Programm. Am Steg liegen 5 Schiffe und das Sanitärhaus ist leider geschlossen. Wir wandern rauf zu den alten Mühlen, mit einem schönen Ausblick über beide Orte, und bei unserem Rückweg auf einem Trampelpfad können wir den herrlichen Duft der vielen Frühlingsblumen genießen. Einen Lebensmittelladen finden wir bei unserer Ortsbegehung wieder nicht, aber er befindet sich wohl unmittelbar außerhalb des Ortes hinter einem Hügel.

Mühle in Sanlúcar de Guadiana

Am Nachmittag 2 Std. vor HW geht der Anker auf. Wir fahren durch bis zum Anleger des Quinta Vale Golf Resort’s den wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Vor dem Anleger herrscht eine starke Strömung und Verwirbelungen, deshalb wird das Anlegemanöver auch etwas ruppig, alles geht gut. Strom und Wasser am Steg sind abgestellt. Wir haben eine ruhige Nacht, erst am Morgen werden wir gegen 8 Uhr von einem Klopfen geweckt na, wer mag das wohl sein? Kein Mensch ist auszumachen. Der Störenfried ist ein dicker Ast, welcher sich an der Badeplattform verhedderte.

Wir können nur empfehlen den Steg mittig anzufahren, da rechts davon ein Betonklotz unter Wasser liegt, der bei Hochwasser nicht sichtbar ist und auf der linken Seite befindet sich ein Flach. Am Steg selbst ist es mit 3,50m bei Niedrigwasser tief genug.

Anleger des Quinta Vale Golf Resort

 

Obwohl starker Wind uns auf den Steg drückt legen wir 2 Std. vor HW ab, um bei Stillwasser in die Marina auf der portugiesischen Seite bei Vila Real de Santo Antonio zu gelangen.

Es wird dann doch eine schnelle Fahrt und die Einfahrt in die Marina wird mit viel bedacht gemeistert. Für Schiffe mit einer Größe von über 14m halten wir die Marina nicht geeignet, da für ein Wendemanöver mit Strömung wenig Platz ist. An dem langen Anleger unmittelbar rechts von der Einfahrt machen wir fest. Bei der Anmeldung erfahren wir das Offensichtliche, keine Box ist frei. Es sind halt viele spanische Schiffe hier rüber gekommen, nachdem die spanische eppa Marina gegenüber in Ayamonte ihre Preisgestaltung geändert hat. Wir bezahlen für eine Nacht für 13,80 m einen Vorsaisonpreis von 15,62 Euro plus 3,50 Euro Strom. Duschen sind vorhanden, keine Waschmaschine. Der Ort beginnt unmittelbar an der Marina und Lidl und Pingo doce sind fußläufig zu erreichen. Im Ort selbst, viele kleine Fachgeschäfte und ein Markt. Leider hat die Marina kein Internet und ausgerechnet das kostenlose Algarvenetz befindet sich in Reparatur, ich kann es zwar sehr gut mit der Wlan empfangen, jedoch steht auf der Internetseite des Anbieters der Reparaturhinweis und eine Verbindung ist nicht möglich. Links vom Hotel befindet sich die Hauptstraße durch den Ort nach Westen. Am zweiten Kreisverkehr ist Lidl und weiter geradeaus auf der rechten Seite bei dem Schild mit der blauen Robbe ist das Füllen der deutschen Gasflaschen noch möglich aber nur früh am Morgen und nicht offiziell. Auch hier droht den LPG Verkäufern eine hohe Strafe, wenn sie beim Befüllen von Gasflaschen erwischt werden. Der Liter Butan kostet 82,5 Cent. Nachdem wir am nächsten Tag alle Einkäufe erledigt haben legen wir bei Stillwasser, allerdings immer noch mit Strömung, mit einem ausgeklügelten Wendemanöver in der Marina ab. Wir fahren in die Marina Ayamonte um Kathrin und Kalle von der SY Pigafetta, die wir vor Culatra kennengelernt haben, dort wieder zu treffen.