24Juli

Rödlöga – 24.07.

bootsmann 07 - Juli » 2012

Wir laufen aus und mit uns eine Menge Schweden. Es ist 11 Uhr, alle waren gestern lange auf und habe heute auch lange geschlafen. Der Himmel ist bewölkt, wir haben aber warmen Wind aus Süd- West, ist für unseren Kurs nicht so toll, wir müssen auch erst ein Stück mit Dinos Hilfe, aber dann können wir kreuzen. Es frischt bis auf 22 Knoten in Böen auf und als dann noch die Sonne durch die Wolken scheint ist es wieder ein herrlicher Segeltag.

 

Bucht mit Schwedenfüllung

Bucht mit Schwedenfüllung ;)

Die ausgeguckte Bucht ist um 16 Uhr schon wieder gut mit Schweden gefüllt, wir finden jedoch noch ein Ankerplätzchen und können auch hier wieder beobachten, wie sich ein Schwede nach dem Nächsten eng an eng an den Felsen fest macht. Faszinierend, Robert ist der Auffassung, die müssen sich alle kennen. Wir sind an der Insel Rödlöga.

23Juli

Arholma – 23.07.

bootsmann 07 - Juli » 2012

Wir haben heute nur einen kurzen Törn vor uns nach Arholma. Wir wollen endlich mal unseren Müll los werden und ins Internet, für letzteres müssen wir auch wirklich fast die ganze Insel erkunden. Wir skypen mit Max und Ursel und Arno bimmelt uns an. dann wandern wir wieder hungrig und durstig zurück und nehmen eine vermeintliche Abkürzung durch den Wald.

Blaubeeren!

Blaubeeren! Lekker!

Wir finden Blaubeeren und Pfifferlinge und gelangen immer tiefer in den Wald hinein. Gerade singe ich Hänsel und Gretel verlaufen sich im Wald, da wissen wir auch nicht mehr wo es langgeht. Egal eine Richtung muss stimmen, allerdings kommen wir dann an ein kleines, aber ohne nasse Füße, unüberwindbares Sumpfgelände. Das Unterholz ist jetzt schon ziemlich dicht und Robert ist genervt, nachdem er einen Ast über die Nase gezogen bekommen hat.
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22Juli

Vor Schweden – 22.07.

bootsmann 07 - Juli » 2012

Die Sonne lacht und der Wind kommt aus Süd-West also ist kreuzen angesagt um zu den schwedischen Schären zu gelangen. Dann dreht er sich doch noch so, dass wir hart am Wind fahren können und er verstärkt sich auf 25 Knoten, die Malu krängt sich ganz nett und wir gewöhnen uns mal wieder an die freie See und längere Strecke.

Kurz vor Schweden dann schlecht Wetter aber wir haben Glück es zieht knapp vorbei. Wir nehmen dann die Ankerbucht die Robert schon ausgesucht hat und es liegt gerade der Anker als Robert mich total aufgeregt nach oben ruft.

Mama Elch mit Kalb

Mama Elch mit Kalb

Eine Elchkuh mit Nachwuchs ist zu unserer Begrüßung am Ufer aufgetaucht. Sie schaut lange in unsere Richtung und trottet dann davon. Der Hammer, das nenn ich mal Begrüßung auf schwedisch.

Ich schaffe es dann tatsächlich, mein über Tag angefangenes Buch, bis 2 Uhr nachts zu Ende zu lesen. Es wird sogar wieder eine kurze Zeit dunkel und ich kann vereinzelt Sterne entdecken, ein schon gar nicht mehr gekannter Anblick.

21Juli

Rödhamn – 21.07.

bootsmann 07 - Juli » 2012

Am Morgen regnet es in Strömen und wir haben beide keine Lust los zu fahren. Also verschwindet Robert wieder im Motorraum, da findet er auch die Ursache für den Ölverlust, an einer Schraube an der Ölwanne leckt es raus, wenn der Motor unter Dampf ist. Ich versuche noch ein mal die Wlanantenne zu beleben, aber ich wusste es ja schon, ich kriege es nicht hin. Also Bericht weiter schreiben und email vorschreiben.

Am Abend versuche ich ein geschmacksneutrales Sauerkraut zu verändern, aber auch das gelingt trotz Speck, Schmalz, Zwiebel, Nelken, Apfelmus, Pfeffer, Salz und Zucker nicht. Ist anscheinend nicht mein Tag. Wir haben eine ruhige, Mücken freie Nacht, bis um 6:30 Uhr der Ankeralarm losgeht. Es piepst so leise, das Robert friedlich weiter schlummert, ich schau nach dem Rechten. Alles ist okay wir sind nur geschwuit und der Ankeralarm ist mit 0,2 sm so fein eingestellt, dass er sich dann meldet. Eine Stunde Schlaf bekomme ich dann doch noch.

20Juli

Rödhamn – 20.07.

bootsmann 07 - Juli » 2012

Wenig Wind – wir starten trotzdem, wir gehen aber nach 2 sm wieder vor Anker, da kein Wind und die Lichtmaschine läuft zu langsam um die Batterien zu laden. Robert baut wieder alles um. Außerdem läuft irgendwo Öl raus -  1l in einer Stunde. Gerade als Robert fertig ist, frischt der Wind auf und ist innerhalb von einer halben Stunde bei 11 Knoten, wir machen los.

Schmetterlingssegeln bis fast zum Ankerplatz bei der Insel Rödhamn. Mit die letzte Möglichkeit vor dem Schlag rüber zu den schwedischen Schären rund Stockholm. Es wird dann doch noch ein anderer Ankerplatz und zwar einer den Robert auf der Karte entdeckt hat. Die Einfahrt hat zwar nur 2 m Tiefe, aber ich merke wie es ihn juckt, es ist aber auch wirklich reizvoll. Ich darf dann auch steuern und der Tiefenanzeiger geht auch nicht unter 4 m . Super einsame Bucht und die Wassertemperatur steht bei 20° also rein in den Teich mit Haare waschen.

Aber das Beste überhaupt ist, der Motor spuckt kein Öl mehr. Ich kann es gar nicht glauben. wir lassen ihn dann noch eine halbe Stunde laufen und es ist immer noch kein Öl daneben gelaufen. Am Abend baut sich dann noch ein Gewitter auf, aber es kommt anscheinend nicht bis zu uns.

Wir hatten eine ruhige mückenfreie Nacht, die Sonne lacht und der Wind ist moderat aus west. Langsam tuckern wir aus der Ankerbucht, da meldet sich schon der Keilriemen. Robert bemerkt noch nachdem er nachgesehen hat, das wird gleich noch schlimmer und schon passiert’s. der Motor wird heiß, der Rauchmelder geht an und wir setzen schnell die Genua um gegenüber unserer Bucht wieder vor Anker zu gehen. Es qualmt und piepst, da geht auch noch der Rauchmelder in der Küche an.

Der Supercrash!!!

Der Supercrash!!!

Tolle Geräuschkulisse die meine Nerven auf 280 bringt, Wir steuern einen Ankerplatz so nah wie möglich in den Schutz einer kleinen Insel an und lassen erst mal den Rauch abziehen.

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Kreuz und quer durch die finnischen Schären, wir haben guten Wind mit bis zu 18 Knoten, Sonnenschein und so steht dem Kreuzen nichts im Wege, ach ja, bis auf ein Paar kleine Inselchen durch die wir uns durch schlängeln oder kurz vorher einen Haken schlagen. Wir nehmen Abends die letzte Ankermöglichkeit kurz vor einem kleinen Hafen an der Insel Kumlinge bei Ramsholm wahr.

Nett, nett!

Nett, nett!

Wir beschäftigen uns nach dem Abendbrot mal mit lesen als plötzlich ein kleines Motorboot uns zweimal wild umkreist um dann den Motor abzustellen. Der Finne spricht Robert an und es entsteht ein kleiner Smaltalk, er will nur wissen wie lange wir bleiben und das wir keinen Unsinn machen. Robert beruhigt ihn und bittet ihn vorsichtig zu fahren. Das macht er dann auch, indem er langsam tuckernd zu seiner Insel zurück fährt. Uns bleibt, ob dieser Aktion, nur ein Kopf schütteln über den eigenartigen Finnen.

17Juli

Äpplö – 17.07.

bootsmann 07 - Juli » 2012

Es ist erst sonnig aber die dicken Regenwolken kommen schnell, ein dicker Schauer und Wind gegenan. Sobald der Kurs auf hart am Wind ist werden die Segel gesetzt. Nach einigen Stunden ist er wieder genau gegenan und wir halten Ausschau nach einer geeigneten Ankerbucht, bei der Insel Äpplö werden wir fündig. Das Wetter hat aufgeklart und als wir den Kettenhaken nicht eingehakt bekommen, spring ich ins 17° kalte Wasser und häng ihn ein.

Anlegestelle am Fels

Anlegestelle am Fels

Da sich das Wasser, trotz Entenpelle, dann aber nicht mehr ganz so kalt anfühlt, setze ich noch meine neue Tauchbrille auf und tauche nach der Logge. Ich kann sie drehen es hängt auch nichts dran, mal schauen ob sie morgen funktioniert. Wir lesen viel am Abend über die schwedischen Schären und die Anker- und Festmachmöglichkeiten in den vielen Naturhäfen und so bekommen wir Lust da schnell hinzudüsen. Obwohl es hier auch sehr schön ist, aber wir leider keine Insiderinformationen wie von Schweden bekommen haben. So tasten wir uns zwar mit Karte an die Inselchen ran, finden aber nur selten Stellen wo das Festmachen an Felsen durch große Ösen schon vorgegeben ist. Das ist in Schweden viel häufiger und auf und an fast jeder Insel gegeben.

Es regnet und regnet, wir planen neu. Alles nördliche ist jetzt gestrichen, wir werden von hier aus nach Åland segeln um dann an der schwedischen Küste über Stockholm nach Västervik zu Tette und Peter zu kommen. Wir hoffen, dass es südlicher vielleicht noch mal besser wird mit dem Wetter und freuen uns auf das Abgrasen der Inselwelt rund um Åland. Heute ist Liegetag. Wir kümmern uns um die Wlan-Antenne, Berichte & Mails vorschreiben.

Bootsanleger

Bootsanleger

16Juli

Zwischenresumée

bootsmann 07 - Juli » 2012

Ein spontanes Interview mit Robert dem Skipper der SY Mari-Luise und Iris der Kapitana der SY Mari-Luise am 16. Juli 2012 nach fast 4 Monaten auf Tour

 

Was hat Dir bis jetzt am besten Gefallen?
SKIPPER: Mit der Iris endlich loszukommen, Zweisamkeit, spannende Tage und Nachtfahrten, die neuen Herausforderungen.
KAPITANA: Das Schärenankern an der Insel vor Hanko, der Anblick von Tallin in der untergehenden Sonne. Die lieben netten Segler die ich kennengelernt habe. Das Robert fast alles reparieren kann. Das mir die Tour dann doch gefällt.

Skipper, welche Herausforderungen meinst Du da konkret?
Die Technik am Schiff endlich wieder in Erinnerung zu rufen. Navigation. Knöppchenkunde zu beherrschen. Schiffsführung allgemein.
Die Zwiegespräche mit Iris zu reflektieren und uns aneinander zu reiben.
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