Gestern sind wir hier in der Marina angekommen, nachdem wir wegen Starkwind einen Tag im Ijsselmeer und einen Tag im Markermeer in Fluchthäfen (weil kostenfrei) abgewettert haben. Wir sind bei sonnigem Wetter gemütlich auf dem Nordseekanal durch Amsterdam gezockelt und haben die Stadt vom Wasser aus auf uns wirken lassen. Viele, teils sehr farbige Wohnkomplexe und architektonisch ausgefallene Gebäude, säumten unseren Weg. Es dauerte sehr lange, bis der Kanal grün wurde, da der Hafen bzw. die Häfen von Amsterdam sehr weitläufig sind. Den besten Liegeplatz für Segler haben wir auf der Rückseite des Hauptbahnhofes, an dem diesen gegenüberliegenden Seitenarm zu einer Schleuse ausgemacht. Schön ruhig, allerdings nicht bewacht, an einer Baumallee mit direkter Fährverbindung in die Amsterdamer City. Hätten wir Amsterdam nicht schon so oft besucht, wäre dieser Platz einen Tagesaufenthalt wert gewesen.
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14September

Uitdam – 14.09.

bootsmann 09 - September » 2012

In der Nacht hat es tüchtig geblasen und immer noch steht ein stetiger Starkwind mit Regenschauern. Wir liegen hier aber sicher festgemacht und Frühstücken in Ruhe. Erst gegen Mittag kommt dann doch bei immer noch starkem Wind die Sonne mal raus, mal sehen vielleicht machen wir ja doch noch los. Robert bastelt und ich schreibe.
AbendstimmungWir wachen auf und es ist Nordostwind. Also war nichts mit dem angekündigten Westwind. Egal, wir nehmen es wie es kommt, da der Wind sehr moderat ist und Segeln einfach Spaß macht. Wir fahren Richtung Amsterdam. Erst geht es weit aus dem Trintelhaven raus an einem Flach vorbei, dann quasi wieder zurück, parallel zum Deich nach Enkhuisen. Es ist ne Menge los hier, viele Segler düsen Richtung Lelystaad und wir fragen uns, ob die alle nach Hause müssen. Langsam geht es an Enkhuizen vorbei, da entdecken wir ein Schild an einem kleinen Haus auf dem groß Gas steht. Schnell die Segel einpacken und ran an den Anleger nicht weit davon entfernt und quasi vor dem Fenster der Wohnung von meinem alten Skipper Jan von der Succsess. Im Gasladen erfahre ich dann, dass dort nur Flaschen getauscht und nicht befüllt werden. Der Mann bestaunt meine kleine Aluflasche (6 kg) und sagt mir, diese würden sie in Holland gar nicht kennen. Na bravo, da schaffste dir extra leichte Flaschen für teuer Geld an und bekommst sie weder getauscht noch gefüllt. Das kann ja noch heiter werden.
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12September

Trintelhaven – 12.09.

bootsmann 09 - September » 2012

Das Wetter zeigt sich immer noch von der herbstlichen Seite und so fällt es uns leicht einen Hafentag einzulegen. Wir genießen es, einfach nicht los zu müssen, nicht gegen an. Es wird dann ein Buch ausgelesen, Haushaltsbuch geführt, repariert und Tagesberichte geschrieben.

11September

In Lemmer – 10.-11.09.

bootsmann 09 - September » 2012

Frühstück mit Arno und MonikaDer Tag beginnt mit einem Frühstück mit Arno und Monika, die noch ein paar Tage hier bleiben und mit ihrem Womo im Hafen stehen. Anschließend lässt es sich Monika es nicht nehmen einen riesen Spülberg abzuarbeiten.
Kaufen wir nun eine neue Genua oder nicht? Hier im Hafen ist direkt de Fries und Robert erkundigt sich mal nach einem Preis. Auch der Segelmacher, der in Lemmer unsere Genua repariert, wird um ein Angebot gebeten. De Fries macht dann das Rennen mit einem einmaligen Angebot. Wir erfahren in der beeindruckenden Werkstatt, von dem älteren Segelmacher der uns berät, das unsere, auch mal bei de Fries gefertigte Genua, ca. 30 Jahre alt ist. Ist ja kein Wunder, das sie jetzt nur noch als Schönwettersegel gesetzt werden kann. Nachdem wir noch Garn und Flickzeug erbeten haben, folgt die Tankaktion. Ich fahre genau sechs mal mit den Beiden im Womo zur Tankstelle, um unsere Kanister zu befüllen. Arno kocht am Abend dann Bami Goreng für alle.
Am nächsten Morgen ist Regenwetter. Wir leisten die Anzahlung für das Segel und erstehen noch einen neuen Segelsack für unseren Blister. Um 14 Uhr legen wir dann ab und haben Welle und Wind gegen an. Hart am Wind mit Dino’s Unterstützung schaffen wir es um eine Baustelle herum zu segeln, um danach auf Halbwindkurs abzufallen Richtung Leylistad. Am Deich erinnert sich Robert an den Fluchthaven „Trintelhaven“ in der Mitte vom Deich zum Markermeer und da kreuzen wir dann auch hin. Ein Schiff ist schon im Hafen fest und wir machen an der Kaimauer vor einem großen aufgeschütteten Steinberg fest. Viele gelbe Schilder, deren Aufschrift schon nicht mehr zu entziffern ist, stehen am Ufer. Irritiert frage ich einen vorbeikommenden Holländer was die denn wohl bedeuten, er meint darauf hin nur “Vallende Stenen”:-)))

Wir haben ja nun alles daran gesetzt, dieses Wochenende vor Ort zu erleben. Unsere ersten Gäste an Bord (Ilona, Guido und Funny) sind fest eingeplant und auch wir möchten diesen Termin nutzen, um rechtzeitig den Absprung aus der Ostsee zu schaffen. Das wir dann mehrere Nachtfahrten brauchten, um nicht planbare Hafentage wegen Starkwind auszugleichen, um den Termin einhalten zu können, haben wir so nicht vorausgesehen. Am Ende war es knapp, aber wir haben es geschafft.

Ziemlich erschöpft, laufen wir am Donnerstagabend gegen 18 Uhr in den Hafen Lemmer ein. Die offenen Kajütentüren bei Alex veranlassen Robert laut hupend bei ihm vorzufahren, aber er ist leider nicht an Bord. Dafür kommt Klaus von der SOPHIE zur Begrüßung und hilft uns beim Anlegen. Es ist Donnerstagabend und wir sagen uns jetzt schon, dass wir früh ins Bett wollen um uns mal so richtig auszuschlafen bevor das anstrengend schöne Wochenende von uns genossen werden kann.
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6September

Lemmer – 6.09.

bootsmann 09 - September » 2012

Wir sind einmal in der Nacht aufgestanden um die Leinen zu kontrollieren, da ja Niedrigwasser kommt. Wir haben gerade den Kaffee in der Hand, da geht die Brücke vor der Schleuse auf, also flugs abgelegt, Robert meldet uns an und wir kommen noch mit durch. Nach der Schleuse wird erst mal gefrühstückt. Wir amüsieren uns über meine Festmacherkapriolen in der Schleuse. Ist halt lange her, das wir in einer Schleuse waren. Mmmh, wie war das noch mal??? Bei lauem Lüftchen geht es dann weiter. Erst mit Blister, aber der Wind dreht und Blister wieder rein. Dann haben wir nur noch 4 Knoten Wind und fahren 90 Grad am Wind, schon packt Robert den Blister wieder aus. Mit ausgebaumten Blister trixen wir uns langsam vorwärts, immer wieder schläft der Wind total ein und dann sieht man weit voraus sich das Wasser kräuseln, aber man kommt nicht hin. Hin und wieder können wir dann doch noch eine Bö einfangen, bis wir dann fast am Fahrwasser von Lemmer sind, dann reicht es uns und mit Dino legen wir dann um 18 Uhr an.  

5September

Kornwerder Zanz – 5.09.

bootsmann 09 - September » 2012

Nach dem mehr oder weniger Ausschlafen, klaren wir erst uns auf und dann das Schiff. Gardinen und Bettwäsche werden gewaschen, Blusen und Hemden gebügelt, Schiff entrostet und abgeschrubbt, Fenster geputzt usw.. Um 17 Uhr sind wir fertig und laufen aus. Der Wind frischt bis auf 25 Knoten auf und die Strömung ist mal mit mal gegen uns. So kommt es, dass wir zeitweise über 7 Knoten speed erreichen. Der Himmel wird dunkel, da Wolkenverhangen. Es wird früher dunkel als gedacht und wir entscheiden uns deshalb für die Fahrrinne an Harlingen vorbei, da diese über beleuchtete Tonnen verfügt. Es wird eine flotte Fahrt mit vielen, das Fahrwasser kreuzende, Fischer. Um 24 Uhr machen wir vor der Lorentzschleuse, Kornwerder Zand fest.
Um 2Uhr klingelt der Wecker. Wir stehen auf und es wird Kaffee und Tee in großen Mengen gekocht. Leise schleichen wir uns aus dem Hafen. Robert ist wieder sehr aufgedreht und nervt mich. Es ist aber auch immer wieder spannend und aufregend in der Nacht zu fahren. Ausgerüstet mit dem Handstrahler, suche ich die unbeleuchteten Tonnen.
Unser AIS
Wir haben gestern noch per AIS gesehen und dann auch noch mal erfragt, wie die Zu- bzw. Abfahrt in die Nordsee verläuft, da wir ja beim nächtlichen Einlaufen zwar auf eine rote Tonne zugefahren sind, aber laut Tiefenmesser ein Flach gequert haben. Wir wollen das Glück kein zweites Mal herausfordern und es ist auch richtig, der Tonnenstrich der Zufahrt wurde verlegt, auch hier unbeleuchtete Tonnen. Wir sind mit dem auslaufenden Wasser ganz schön schnell und müssen aufpassen, dass wir keine Tonne verpassen. Endlich draußen, werden die Segel gesetzt und ab geht die Post. Das Gatt wollen wir schnell hinter uns lassen, da wir bald schon die Strömung gegen an haben. Erst läuft es auch gut, bis dann der Wind abflaut und wir Kreuzen müssen und oh weh, bei der Kreuz auf die See raus ist der Strom schon so stark, dass wir keinen Meter an Höhe gewinnen. Also Dino zu Hilfe und nix wie weg hier. Irgendwann fällt mein Blick auf die Genua und oh Schreck, sie ist gerissen. Ich bin sehr traurig, weil dies mein Lieblingssegel ist. Außerdem bringt es auch der Malu den nötigen Vortrieb.
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2September

Langeoog – 2.09.

bootsmann 09 - September » 2012

Warten auf Hochwasser
Nach einem Besuch beim Hafenmeister und der Wettervoraussage für Morgen mit Nordwest, beschließen wir erst morgen früh, eine Stunde nach Hochwasser, so gegen 3:00 Uhr auszulaufen. Zeit für Schiffs- und Körperpflege. Wir verholen uns in den Seglerverein, da wir an einem Schiffsanleger ohne Kosten, aber auch ohne Infrastruktur angedockt hatten. Beim Bezahlen der Liegegebühr, outet sich der junge Hafenmeister als „Unterrather Jung“. Robert und er checken mal kurz ab, ob sie in jungen Jahren vielleicht gemeinsame Berührungspunkte hatten, dem ist aber nicht so. Ein Abendspaziergang lässt uns die landschaftlich sehr schöne Insel ein kurzes Stück entdecken, aber einen Ort sehen wir nicht. Wir schauen uns noch mal im Hellen an, wo wir gestern Abend lang gefahren sind und stellen fest, dass wir nur knapp dem Watt entgangen sind. Am Schiff zurück ist Niedrigwasser und die Malu steckt im Schlick. Es geht früh ins Bett.